Cordi und Björn in China

Dienstag, Oktober 17, 2006

Yangzi-Kreuzfahrt



Cordula schrieb:

Weiter ging es von Xi'an nach Yichang. Zu unserem Flug nach Yichang sei kurz erwähnt, dass wir in einer Mini-Maschine von Hainan Airlines mit insgesamt 20 anderen Passagieren geflogen sind.



Es war ganz schön windig in der Luft und wackelte ganz ordentlich. Puh, waren wir froh, als wir in Yichang angekommen waren. Dort sahen wir dann aber auch, dass größere Flieger dort gar nicht landen können, denn der Flughafen ist gaaanz klein. Wir konnten vom Flieger aus über das Rollfeld ins Gebäude laufen. Es war ja kein anderer Flieger da und auch keine anderen Passagiere. Vom Flughafen wurden wir abgeholt und zum Schiff gebracht. Die Fahrt war recht gruselig, da es dunkel war und wir an verschiedenen Checkpoints vorbei durch ein abgesperrtes Gebiet fahren mussten. Für den öffentlichen Verkehr ist das Gelände gar nicht freigegeben. Schließlich näherten wir uns dann dem Grund dieser Vorsichtsmaßnahmen: dem Drei-Schluchten-Staudamm. Er ist inzwischen ja schon teilweise in Betrieb, wird aber erst 2009 fertiggestellt. Das ist wirklich ein riiiiiiesiger Damm.

Auf dem Schiff angekommen haben wir dann unsere Kabinen bezogen. Das Schiff war mit 90 Personen (davon die Hälfte Deutsche – hauptsächlich Rentner) nicht ganz voll besetzt. Nach dem ersten Schock, als wir an den Maschinenräumen vorbei liefen, waren wir dann doch ganz froh, dass unsere Kabinen sauber und intakt aussahen.



Montag, 09.10.2006

Es ging los um 6:45 Uhr mit musikalischem Wecken und Frühstück um 7:15 Uhr (war wohl nichts mit Ausschlafen!). Dann haben wir einen Ausflug zur Baustelle des neuen Staudamms gemacht, was sehr interessant war. Auch bei Tageslicht sieht er riesig aus. Ist er ja auch, mit einer Länge von 2 km und Höhe von 185 m! Außerdem haben wir die 5-stufige Schleuse gesehen. Mit den Informationen und Daten, die uns die Reiseleitung gab, wirkte der Damm gleich noch viel gigantischer. Wenn er 2009 fertiggestellt ist, soll der Staudamm soviel Strom erzeugen wie 18 AKWs. Er soll außerdem die Schifffahrt auf dem Yangzi vereinfachen und Hochwasserkatastrophen vermeiden. Klingt ja alles wunderbar.

Aber wenn man bedenkt, dass dafür insgesamt 1.3 Mio Menschen umgesiedelt werden müssen, ist das schon ganz schön heftig! Der Wasserspiegel soll innerhalb der nächsten drei Jahre auf 175 m ansteigen. Ende diesen Monats soll er bei 156.3 m ankommen. Ganze Städte am Ufer wurden bereits abgerissen und weiter oben auf dem Berg wieder aufgebaut. Besonders hart betroffen sind die Bauern, die direkt am Wasser leben und dort Landwirtschaft betreiben. Wir haben viele Markierungen des Soll-Wasserstands gesehen und Bauern, die unterhalb dieser Markierung ihr Feld bestellt haben, was bald im Wasser versinken wird…. Wirklich heftig!



Zum Mittagessen ging es wieder zum Schiff und wir fuhren los den Yangzi stromaufwärts (Ist übrigens mit 6300 km Länge der drittlängste Fluss der Welt). Nachmittags saßen wir auf dem Sonnendeck und schauten zu, wie wir in die Xiling-Schlucht und die Wu-Schlucht einfuhren.

Abends gab es eine Begrüßungsrede durch den Kapitän, Happy Hour in der Bar und leckeres Essen. Über Nacht legten wir in Wushan an.

Dienstag, 10.10.2006

7:15 Wecken durch Musik und TaiJi für Frühaufsteher. Die Langschläfer brauchten erst um 7:45 beim Frühstück zu sein:-) Vormittags machten wir einen Ausflug durch die drei kleinen Schluchten. Unsere Reiseleitung machte uns auf Felsen aufmerksam, die Gestalten von Tieren hatten. Na ja, mit seeehr viel Phantasie vielleicht. Anschließend legte unser Schiff wieder ab und es gab Mittagessen an Bord. Nachmittags fuhren wir in die Qutang-Schlucht ein.
Die Sonne schien, sodass wir es uns auf dem Sonnendeck gemütlich gemacht haben und entweder den Reiseführer gewälzt haben oder vorgetäuscht haben Chinesisch-Vokabeln zu üben:-)


Mittwoch, 11.10.2006

6:45 Wecken durch Musik und die freundliche Stimme unserer Schiffsreiseführers („Guten Morgen, liebe Gäste – liebe Gäste, guten Morgen“). Nach dem Frühstück machten wir einen Ausflug in die Geisterstadt Fengdu.

Die 400 Stufen bis zum Gipfel waren für uns geübte Bergsteiger kein Problem. Dieser Landausflug war zwar sehr auf Touris ausgerichtet und wirklich absolut kommerziell aufgezogen, aber dennoch sehr lustig, da wir mit lustigen Geschichten und Spielchen unterhalten wurden:


Um nach ganz oben zum Tempel zu gelangen, musste man drei Aufgaben erfüllen.


Erste Aufgabe: Über eine Brücke laufen. Aber nicht einfach so. Man musste genau mit neun Schritten darüber laufen. Neun ist nämlich eine Glückzahl und bedeutet langes Leben. Diese Aufgabe können aber nur gute Menschen schaffen. Ich habe es übrigens geschafft – alle anderen natürlich auch. Wir sind alle gute Menschen:-)

Zweite Aufgabe: Über eine Türschwelle steigen. Achtung! Nicht einfach nur so. Wenn man mit dem rechten Fuß zuerst geht, wird man in seinem nächsten Leben eine Frau, wenn man erst mit links geht, dann ein Mann. Ratet mal, was ich in meinem nächsten Leben werden!?
Einige sind übrigens über die Schwelle gesprungen und mit beiden Füßen aufgekommen:-)

Dritte Aufgabe: Mindestens drei Sekunden lang mit einem Fuß auf einer Kugel stehen, den Blick zum Tempel gerichtet. Männer auf dem linken Fuß, Frauen auf dem rechten Fuß. Wer das schafft ist ein guter Mensch und darf in den Tempel gehen. Ich hab’s geschafft, aber ich war ja eigentlich schon nach bestandener erster Aufgabe ein guter Mensch:-))
Mit solchen Spielchen macht das Tempel-Besichtigen doch gleich viel mehr Spaß.


Fengdu ist als Geisterstadt bekannt, also gab es dort viele böse Gestalten, von denen ich einige fotografiert habe.



Nachmittags waren wir zurück auf dem Schiff. Dort gab es eine Vorführung chinesischer Malerei. Abends dann ein Abschiedsbankett mit Kapitän und einen Kulturabend, bei dem chinesische Tänze gezeigt wurden und chinesische Musik gesungen wurde. Später am Abend kamen wir dann am Hafen unserer Endstation an: Chongqing.

Donnerstag, 11.10.2006
Nach dem Frühstück sind wir von Bord gegangen um die Zeit bis zu unserem Abflug nach Guilin in Chongqing zu verbringen.